Inside Sardinien

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Sarden und Italiener zeichnet Geduld, Großzügigkeit und Toleranz gegenüber Touristen aus. Von daher können Urlauber beim Essen kaum etwas „falsch“ machen. Trotzdem hilft es, das eine oder andere im Vorfeld zu wissen.

Tipp Nr. 1

Vielleicht haben Sie bestimmte Essensvorlieben. Die können Sie äußern, ohne „schief“ beäugt zu werden! Wenn Sie also Veganer sind, die Pasta nicht al dente mögen, das Fleisch lieber durchgebraten hätten oder das Gemüse bitte mit ganz viel Peperoncino wünschen, so dürfen Sie all das dem Kellner mitteilen. Dafür hat jede Küche Verständnis. Auch auf Rücksichtnahme bei Allergien dürfen Sie zählen. Mittlerweile sind fast alle Restaurants auf die gängigen eingerichtet.

Tipp Nr. 2

Bitte kritisieren Sie es nicht, wenn auf Ihrer Rechnung ein paar Euro für „pane e coperto“ auftauchen. Restaurants tischen ungefragt Brot auf, weil es für jeden Italiener einfach dazu gehört. Und anders als bei uns gibt es auch fast immer Stoffservietten und ebensolche Tischdecken. Das schlägt mit 2 – 3 Euro zu Buche und macht sich auf der Rechnung nur dann unangenehm bemerkbar, wenn man nur eine ganze Kleinigkeit essen möchte. Wer also nur einen Salat oder eine Suppe bestellt, kann sich überlegen, ob es sich dafür lohnt, das pane e coperto auf der Rechnung zu haben. Immerhin kann man vom all-inclusive-Brotangebot so richtig Gebrauch machen …

Tipp Nr. 3

Italiener sind Feinschmecker. Da sind vornehme Tischsitten oft hinderlich. Wundern Sie sich also nicht, wenn der echte Römer wie zu Cäsars Zeiten „zu Tische liegt“ und so tafelt, wie das dem Genuss dienlich ist. Diese sinnlich sinnvolle Maxime empfehle ich zur Nachahmung! Gönnen Sie Ihrem Knigge in Sardinien ebenfalls Urlaub!

Tipp Nr. 4

Wer mit Freunden gemeinsam essen geht, sollte nach südländischem Verständnis auch gemeinsam bezahlen. Dass Freunde zusammen zechen und sich hinterher beim Bezahlen gegenseitig die Brocken in den Mund zählen, empfindet jeder Südländer als kleinkariert und freundschaftswidrig. Außerdem sei es rücksichtslos gegenüber dem Kellner. Ordern Sie daher nur eine Rechnung für die gesamte Runde! Intern können Sie dann die Quoten ermitteln. Ein Trinkgeld sollten Sie einkalkulieren. Es muss nicht üppig sein, aber Pfennigfuchserei sollte man vermeiden. Wer 28,50 € großzügig auf 29,00 € rundet, hat südländisches „leben und leben lassen“ nicht verstanden. Als unfein gilt es, die Rechnung mit einem knallharten „pagare“ zu ordern. Seien Sie höflich: „Il conto per favore“ ist eine bessere Wendung.

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Die Qualität der Restaurants

… ist durchweg gut. Es ist schwer, beim Restaurantbesuch „auf die Nase zu fallen“. Auch das Preisniveau der mir bekannten Restaurants ist angemessen, Nepp ist eher auszuschließen. Die Pizza in Budoni und anderswo kostet nicht mehr als in einer normalen deutschen Pizzeria. Gleiches gilt für so ziemlich alle Gerichte.

Lediglich die Costa Smeralda ist recht teuer. Während ich diese Zeilen schreibe, es ist der 20. Juli 2014, steht im renommierten Hotel Cala di Volpe ein Event der Sonderklasse an: Konzert der „Simple Minds“ mit anschließendem Büffet. Preis pro Person schlappe 1400 €. Das kann und wird sich nicht jeder leisten wollen.  Reizvoller das Mittagsbuffet an gleicher Stelle. Da fehlt es an wirklich gar nichts, und der Spaß kostet dann ohne Getränke „nur“ angemessene 180 € pro Nase, richtig schönes Costa-Smeralda-Ambiente der Extraklasse inbegriffen. Als weiteren Tipp in Porto Cervo empfehle ich das Fischrestaurant „Il Pescatore“. Hier ein Blick ins Menü.

 

Atmosphärisch und kulinarisch steht das „Nautilus“ in Ottiolu den Feinschmeckertempeln in Porto Cervo aber kaum nach, auch wenn die Promidichte natürlich eine ganz andere ist.

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Ich verzichte an dieser Stelle darauf, all die Restaurants zu erwähnen, in denen es mir gut gefallen hat. Gehen Sie selber auf Entdeckertour und holen Sie sich zeitnahe Empfehlungen! Eine Restaurantkritik kann immer nur eine Momentaufnahme mit geringer Halbwertszeit sein! Ein Lokal steht und fällt mit seinem Koch. Was ist, wenn der wechselt? Und: Kann man über Geschmäcker nicht trefflich streiten?

Mit einem sardischen “Adiosu” verabschiedet sich für heute Joachim Waßmann

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