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Monat: Februar 2015

Familien-Träume – Klein Fritzchen will in Sardinien ganz nach oben

Budoni, ein Samstag im September. Einen Ausflug wolle er machen, erklärte mir mein Großneffe. „Mit Mama und Dir, Onkel Jochen. Papa will nicht.“ Ich fühlte mich gebauchpinselt. Fritz fragt mich! Wer freut sich nicht, wenn der Neffe schon als Dreikäsehoch Bildungsbewusstsein zeigt und sogar schon an Ausflüge denkt? Ich war begeistert! Der Stolz auf den eigenen Nachwuchs, das wusste ich, verleitet zu ungerechtfertigter Glorifizierung. Ich mag es darum gar nicht, wenn Eltern bei jeder „Leistung“ ihrer Gören glauben, Genies wie Gustav Gans, Einstein oder Mozart geboren zu haben. Was Eltern an ihren Kindern bewundern, ist in der Regel keineswegs...

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Andere Länder – andere Sitten – Sardinien!

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen keine Briefe mehr. Keine Werbung, keine Ansichtskarte, keine Rechnung. – Eigentlich gar nicht so übel, dachte ich mir, als ich in der „Nuova Sardegna“ diese Schlagzeile las: Sardischer Postbote unterschlägt 400 Kilo Briefe! Denn, überlegte ich mir, wenn ich keine Rechnungen mehr bekomme, will ich im Gegenzug auf Urlaubskarten gern verzichten. Ist ja eigentlich ein gutes Geschäft und nicht mein Problem, wenn die Post nicht funktioniert. Oder doch? Gespannt las ich weiter. In dem kleinen sardischen Städtchen Mores war es dem staatlichen Postino zu mühselig, Tag für Tag und bei Wind und Wetter seiner Profession nachzugehen. Die Sonne scheint zwar oft, aber nicht immer, und darum empfand er das tagtägliche Zustellen zunehmend als Last, von der eine Auszeit zu nehmen sicherlich vertretbar sein sollte. Folglich schwänzte er hin und wieder und verstaute die Briefe statt dessen in seiner Garage. Irgendwann, versicherte er, hätte er alles ordnungsgemäß an den Mann oder die Frau gebracht. Man möge nicht denken, kommentierte die Nuova Sardegna süffisant, dass er seinen Beruf nicht ernst nähme. Oh nein! Schließlich hätte er die Briefe ja auch dem Altpapier anvertrauen können. Er habe aber, ganz im Gegenteil – wie es sich für einen akkuraten Beamten gehört – alles sauber geordnet und in seiner Garage gestapelt. Das Dilemma, vermutete die Zeitung weiter, sei nur gewesen, dass die Führung des Garagenregisters sehr aufwändig gewesen sei. Logischerweise...

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Immer wieder Sardinien, immer wieder Budoni

Als ich mir 1974 ein Haus in Budoni kaufte, stieß das bei meinen Freunden auf Unverständnis. Costa Smeralda und Porto Cervo, ja, das könne man sich vorstellen. Aber ein „Kaff“ wie Budoni??? Tatsächlich kam Budoni in dieser Zeit in manchen Reiseführern nicht besonders gut weg, und da lag es nahe, mich damit zu foppen, in einem „tristen Straßendorf“ (O-Ton in einem Reiseführer von 1980) zu residieren statt im eleganten Porto Cervo.  Stimmte ja auch, aber Vieles ist einfach eine Frage des Stils und … der Finanzen. Hätte ich das renovierungsbedürftige Hirtenhaus, das ich damals in Budoni kaufte, stattdessen in...

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Schildkröten und Sardinien

Wer im Sommer durch Sardinien tourt, ist vor mancherlei Überraschung nicht sicher. So kann es passieren, dass eine friedlich ruhende Kuh den Weg versperrt, eine Rotte Sauen unbeeindruckt von Ihrer Gegenwart am Wegesrand nach Essbaren sucht, oder eben eine dicke Schildkröte den heißen Asphalt zum Aufwärmen benutzt.

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