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Monat: Dezember 2016

Sardische Erfolgsgeschichten

Man kann nicht sagen, dass Sardinien reich an Berühmtheiten wäre. Die Insel stand stets am Rande des Geschehens und hatte, anders als Italien, nie den Nährboden, auf dem Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst es leicht hatten, besondere Blüten hervorzubringen. Aber bekanntlich bestätigen ja Ausnahmen die Regel. So habe ich in diesem Blog schon über den „Volkshelden“ Graziano Mesina (Trilogie Teil 1 / Teil 2 / Teil 3) berichtet. Renato Soru hingegen ist ein Fall für das Guinness-Buch der Rekorde. Auf ihn gestoßen bin ich zu Anfang des neuen Jahrtausends, als mir in der Süddeutschen Zeitung in großen Lettern der Name „Tiscali“ auffiel. Das machte mich stutzig. Was hatte diese von mir hochgeschätzte Sehenswürdigkeit im Wirtschaftsteil einer deutschen Zeitung zu suchen? Ich begann eine erste Recherche. Zunächst aber hier das Wichtigste zu „meinem“ Tiscali: Hinter dem einprägsamen Namen verbirgt sich ein ganz normaler Berg im Gennargentu-Massiv, der eine einzigartige, prähistorische Sehenswürdigkeit beherbert: Ein Dorf aus dem dritten bis fünften vorchristlichen Jahrhundert, hineingebaut in eine vor Urzeiten eingebrochene Karsthöhle. Zu jener Zeit hatten es die Einheimischen mit Karthagern und Römern zu tun. Die wollten die „Barbaren“ – daher kommt der Name „Barbagia“ für dieses Gebiet – zivilisieren. Davon hielten die Sarden wenig. Die Hirten wollten frei sein und sonst gar nichts, konnten der Militärmacht der Eroberer aber nichts entgegensetzen. Um der Zwangsbeglückung zu entgehen, musste man sich vor den „Befreiern“ verbergen, und so...

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