Inside Sardinien

Bleiben wir nach dem Besuch von Bosa auf den Pfaden der Geschichte! Die Ruinen von Nora – außerhalb der Stadt Pula gelegen – sind eine weitere Sehenswürdigkeit, die ich meinen Gästen gern empfehle.   Diese im 9. Jahrhundert v. Chr. gegründete Stadt ist zusammen mit Bosa die wohl älteste auf Sardinien. Und, wie sollte es anders sein: Es ist auch eine Gründung der Phönizier und wurde später von den Puniern und Römern bewohnt. Damit aber sind die Parallelen erschöpft.

Es wird vermutet, dass die Vandalen, die Sardinien im 6. Jahrhundert besetzten, zum Untergang der Stadt beitrugen. Nora gehört zu der Region Cagliari. Auf einer schmalen Halbinsel gelegen, sind Teile der antiken Siedlung im Meer versunken. Aus der phönizischen Gründungszeit der Stadt um das 9. Jahrhundert v.Chr. ist nicht viel erhalten geblieben. Das berühmteste Zeugnis dieser Zeit ist die Stele von Nora (Träger phönizischer Inschriften des 9. Jahrhunderts v. Chr., die dem Museo Archeologico Nazionale in Cagliari auf Sardinien gehören). Auf ihr wird zum ersten Mal der Name Sardinien erwähnt. Das Fragment steht heute im Nationalmuseum in Cagliari.

Auch aus der Zeit der karthagischen Besiedlung der Stadt ist nur wenig bekannt. Die meisten Relikte, die heute in Nora zu sehen sind, stammen aus der Zeit der Römer, die die Stadt ab 238 v. Chr. besetzten und sie zum Sitz des römischen Statthalters in Sardinien machten. Allerdings nicht ohne die alte Stadt fast vollständig zu überbauen.

Die Wellen des Meeres reichen bis an die antiken Thermen heran und holen sich bis heute noch Teile der antiken Hinterlassenschaften. Es sind unter anderem ein Theater sowie Tempel und Privatvillen mit gut erhaltenen Mosaikfußböden übrig geblieben.

Seit einigen Jahren darf die Fundstätte allerdings nur noch mit einem Begleiter besucht werden. Immer wieder ragt eine antike Säule empor und unter den Pinienbäumen an der Ausgrabungsstelle kann man sich von der Sonne erholen – allerdings nur solange bis der Guide zum Weitergehen aufruft.

Über der antiken Stadt erhebt sich, an der Spitze der Halbinsel, ein Sarazenenturm aus dem 16. Jahrhundert, der auf den Resten der phönizischen Akropolis steht. Von der alten Warte hat man einen herrlichen Blick auf den gesamten Golf, die Lagune und die antike Stadt.

Vermutlich waren es die Vandalen, die Nora im 6. Jahrhundert besetzten und den raschen Niedergang der Stadt auslösten. Erst 1889 wurden die Überreste von einer Springflut an der Küste der Halbinsel freigelegt.

Unweit der archäologischen Ausgrabungsstätte lädt der Strand von Nora zum Baden mit Blick auf die antiken Steinhaufen ein.

Ein Ausflug dort hin ist absolut lohnenswert und kann gern über unser Büro geplant werden.

Mit einem sardischen “Adiosu” verabschiedet sich für heute

Joachim Waßmann

 

 

 

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