Inside Sardinien

Nachdem ich mit „Stella Maris“ in Porto Cervo eine moderne Kirche vorgestellt habe, setze ich die Reihe mit Santa Sarbana fort. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert. Die geradezu protestantisch-schlicht anmutende Kirche gehört zu den Hingucker-Motiven Sardiniens.

Santa Sarbana, der heiligen Sabina geweiht, vereint byzantinische und romanische Stilelemente. Der dreigliedrige Aufriss erinnert an frühchristliche Taufkirchen mit affiliiertem Consignatorium und Vestianum. Der rechte Seitenraum wurde 1935 rekonstruiert, die Kirche wurde in den 1990er Jahren renoviert. Grabungen erbrachten keine älteren Funde. Die Kirche wurde vermutlich über einer älteren, heidnischen Kultstätte (vermutlich einem Gigantengrab) errichtet, wobei man gleich das vorhandene Material mit verbaute. Für den Boden des Gotteshauses wurden Basaltblöcke der nahen Nuraghe verwendet.

Die Kirche im byzantinischen Baustil liegt nur wenige Meter von der gleichnamigen Nuraghe Santa Sarbana entfernt. Bei der begehbaren, zweistöckigen Nuraghe handelt es sich um eine Tholosnuraghe mit drei kreuzförmigen Nischen, einem Gang und Treppe. Die Steintreppe im Inneren führt zur oberen Plattform. Von dort bietet sich ein wundervoller Blick auf die umliegende Hochebene von Sardinien.

Zwischen beiden Bauwerken liegen etwa 2000 Jahre. So befinden sich hier auf engstem Raum die Überreste der Nuragher und der Byzantiner.

Im Frühjahr umgibt die Kirche und die Nuraghe ein prächtiger Blütenteppich. Aber diese besonderen Sehenswürdigkeiten sind zu jeder Jahreszeit interessant.

                        

Mit einem sardischen “Adiosu” verabschiedet sich für heute

Joachim Waßmann

 

 

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