Inside Sardinien

Überall auf der Welt begrüßen Menschen das Neue Jahr mit Knallern und Raketen. Die Farben der Feuerwerke fallen auf eine eher eintönig graue Natur. Bei uns jedenfalls; denn es ist Winter. In Sardinien hingegen grünt und blüht es auch an Sylvester. Erwärmen diese Bilder nicht unser schlechtwetter-gestresstes Gemüt und bringt Vorfreude auf Frühling, Sommer und Sonne:

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Sehen Sie sich das Foto aus dem Garten dieses Ferienhauses in Ottiolu auf Sardinien an! Ist das nicht Balsam für die Seele? Besonders angesichts unseres trostlosen Winterwetters mit grauen Wolken, aber ohne Schnee? Wecken da Sommer und Sonne nicht Sehnsüchte? Allein die Vorstellung davon zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und bringt mich ins Schwärmen.

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Man kann nicht sagen, dass Sardinien reich an Berühmtheiten wäre. Die Insel stand stets am Rande des Geschehens und hatte, anders als Italien, nie den Nährboden, auf dem Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst es leicht hatten, besondere Blüten hervorzubringen. Aber bekanntlich bestätigen ja Ausnahmen die Regel.

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Auf Schritt und Tritt begegnet man auf Sardinien archaischen Traditionen. So habe ich z.B. über die „Tenores“ berichtet. Das ist eine Gesangesform, die aus vorgeschichtlicher Zeit stammt und bis heute quicklebendig geblieben ist.  Ganz ähnlich ist es mit der Launedda, der Panflöte der Schäfer und Hirten.

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Eigentlich war es nur Glück, dass Sardiniens natürliche Resourcen im Zuge der touristischen Entwicklung nicht, wie anderswo, durch  Investoren im „Dienst“ des Tourismus ausgebeutet wurden.

Als in 60-ziger Jahren Aga Khan per Zufall die Nordküste Sardiniens entdeckte und der Gemeinde Arzachena die Costa Smeralda „abschwatzte“, hatten skrupellose Geschäftemacher anderswo im Mittelmeer schon längst Fakten geschaffen, ehemals attraktive Strände mit Beton und Bettenburgen zugepflastert und damit unwiederbringlich geschädigt.

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Zugegeben: Die italienische Speisekarte bietet Gerichte an, die Neulinge befremden und alles andere als appetitanregend sind. „Trippa alla Romana“ gehört dazu, eine auch in Sardinien erhältliche römische Spezialität. Ist das nicht eine venerische Krankheit? Oder „Cozze di Olbia“? Will man die wirklich auf dem Teller haben?

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…lässt die Herzen der Liebhaber historischer Züge höherschlagen. Ich kenne Gäste, die nur der Eisenbahnromantik wegen ihr Sardafit-Ferienhaus gebucht haben und dann überrascht feststellen mussten, dass Sardiniens Strände an Reizen ihrem Liebling in nichts nachstehen.

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Es gibt sie, diese geheimen Orte, weil findige Zeitgenossen den antiken Quellen glauben und es sich zur Lebensaufgabe machen, Mythen zu entschleiern. Meistens werden sie nicht ernst genommen und belächelt. Aber dann findet Schliemann Troja, Carter das Grab des Tutanchamun und die Welt staunt. Die antiken Geschichtsschreiber hatten also doch Recht!

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Das ging mal wieder durch alle Medien und begeisterte die Massen: Orlando splitternackt und kniend hinter Katy Perry auf einem Standup-Paddler! Da swingt der Gute dideldum und fährt damit im Kreis herum …

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Ich glaube ja nicht, dass es die famose Quelle ewiger Jugend irgendwo auf dieser Welt gibt. Wie dem auch sei: Mindestens der Glaube daran ist unsterblich, und darum wird seit Menschengedenken unverdrossen danach gesucht. Neuerdings wird er auf Sardinien vermutet … 

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