Inside Sardinien

Beim Begriff „Sardinien“ assoziieren wir Sonne, Sand, Strand und Meer. Jeder denkt natürlich sofort an die Traumstrände, das karibikgleiche Meer und Ferien vom Feinsten. Insider gehen etwas weiter und schließen auch das „Sardinien der Sarden“ ein, über das ich in meinem Blog berichte. Kaum beachtet wird, dass Sardinien eine Flagge hat, auf die jeder Sarde stolz ist, die trotzdem aber Fragen aufwirft. Es geht um die „Bandiera dei Quattro Mori.“

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„Romkerhall, im Harz“, antwortete mir mein Schwager Elmar gelangweilt. „Wird jedenfalls behauptet. Stimmt aber nicht. Dieses Königreich ist ein Fake, eine Erfindung findiger Kaufleute, ein Werbegag, pure Phantasie und sonst gar nichts. Aber wie ich Dich kenne, willst Du mir bestimmt irgendetwas mit Sardinien unterjubeln.“ 

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Ostern steht vor der Tür! Wie schön! Da freue ich mich auf frühsommerliche Temperaturen in Sardinien, denke an Wärme, Sonne, Urlaub und natürlich an Ostereier und -hasen.  Apropos Hasen:

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Ganz Sardinien steht in Flammen, weil es die Tradition so will! Allein in Budoni brennt es am 17. Januar an 15 Stellen, wenn das Antoniusfeuer entzündet wird.

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Feuerwerk auf Sardinien

Richtig heiß her geht es auf Sardinien an Silvester. Denn da feiert das ganze Dorf und jeder mit jedem.

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Winter auf Sardinien

Weihnachten ist im Idealfall immer weiß. Für mich gehört Schnee dazu, Stille, Kerzen und ein warmer Kamin. Aus meiner Kindheit kenne ich das nicht anders, bzw. so habe ich es in meiner Erinnerung abgespeichert. Wenn in der Mitternachtsmesse Orgel und Weihnachtschor die Geburt Jesu verkündeten, konnte man meine Kinderaugen glücklich glänzen sehen.

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Wer glaubt, Sardinien zöge nur Strandurlauber in seinen Bann, irrt. Ein nennenswerter Teil unserer Gäste betrachtet das Strandleben nur als Vehikel, um den Wandertag „nach getaner Arbeit“ mit einem Bad im Meer ausklingen zu lassen. Tatsächlich ist Sardinien viel zu schön und zu abenteuerlich, um sich einen Abstecher ins Hinterland entgehen zu lassen.

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Feldweg durch alte Steinmauer (Sardinien)

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“ Was solche Absichtserklärungen wert sind, kann man auch in Sardinien verfolgen. Bei unserer „Rallye für denkende Langsamfahrer“* erklärte mir ein Gast, dass er an die „wissenschaftlichen Bücher“ von Erik Däniken glaube und beurteilen könne, was es mit den scheinbar unsinnigen Steinmauern wohl auf sich habe, die die Insel überall, selbst im Hochgebirge überziehen: „Ist doch klar: Außerirdische! Einwandfrei! Eine andere sinnvolle Erklärung gibt es dafür nicht.“ 

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(Neulinge in diesem Thema sollten mit Teil 1 beginnen)

Als Mesina 2004 begnadigt wurde, war er nach über 50 Jahren Gefängnis bzw. Hausarrest erstmals wieder ein richtig freier Mann. Er hatte alle Höhen und Tiefen seines Knacki- und Promilebens durch- und überlebt. Ein neues Kapitel konnte beginnen. Man durfte gespannt sein, was er mit dieser Freiheit machen würde. Meine Freunde in Sardinien hatten da keinen Zweifel:

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(Neulinge in diesem Thema sollten mit Teil 1 beginnen)

Dass Graziano Mesina es schaffte, das Kriminellen-Image abzustreifen, ist für mich ohne den  damaligen linken Zeitgeist nicht denkbar. In den Sechzigern und Siebzigern des 20. Jahrhunderts waren Mao, Fidel und Che die Guten, Amerika und sein Vietnamkrieg aber das personifizierte Böse. Ein Mesina kam da gerade recht, um auch Italien als „Hort des Imperialismus“ ins Visier zu nehmen.  Aber war er wirklich der Akteur, zu dem man ihn zu stilisieren versuchte?

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