Inside Sardinien

Mesina-mit-Mütze

(Neulinge in diesem Thema sollten mit Teil 1 beginnen)

Als Mesina 2004 begnadigt wurde, war er nach über 50 Jahren Gefängnis bzw. Hausarrest erstmals wieder ein richtig freier Mann. Er hatte alle Höhen und Tiefen seines Knacki- und Promilebens durch- und überlebt. Ein neues Kapitel konnte beginnen. Man durfte gespannt sein, was er mit dieser Freiheit machen würde. Meine Freunde in Sardinien hatten da keinen Zweifel:

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(Neulinge in diesem Thema sollten mit Teil 1 beginnen)

Dass Graziano Mesina es schaffte, das Kriminellen-Image abzustreifen, ist für mich ohne den  damaligen linken Zeitgeist nicht denkbar. In den Sechzigern und Siebzigern des 20. Jahrhunderts waren Mao, Fidel und Che die Guten, Amerika und sein Vietnamkrieg aber das personifizierte Böse. Ein Mesina kam da gerade recht, um auch Italien als „Hort des Imperialismus“ ins Visier zu nehmen.  Aber war er wirklich der Akteur, zu dem man ihn zu stilisieren versuchte?

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Das rauhe Bergland im Herzen Sardiniens hat seit der Antike allen Eroberern widerstanden. Das mussten die Phönizier, die Römer, Spanier und all die erfahren, die den Hirten der Barbagia* ihre eigene Zivilisation aufzwingen wollten. Die Sarden hier hielten unbeirrt an ihren eigenen Bräuchen, Regeln und Gesetzen fest.  Wer das nicht weiß, kann nicht verstehen, 

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