wassmann_kommentiert_yes…verkauft sich gut! Genau das dachten auch drei Fotografen, die ihre Aufgabe besonders gut machen wollten und ihre Idee genial fanden – bis sie kurzerhand eines Besseren belehrt wurden!

In Sachen Umweltpolitik leistet Sardinien immer wieder Vorbildliches:

Dass Sardiniens Strände und Meer die saubersten im ganzen Mittelmeer sind, ist auch den rigorosen Umweltmaßnahmen zu verdanken. Ein Beispiel: Wer am Meer abseits kommunaler Abwasserentsorgung ein Hotel betreibt, muss dafür eine Kläranlage nachweisen. Ferienhausbesitzer müssen Auffangbecken für Fäkalien installieren, damit sichergestellt ist, dass nichts Unerwünschtes versickert und später im Meer Schlieren zieht. Verstöße werden mit drastischen Bußgeldern belegt.

Das mussten auch drei Fotografen feststellen, die den Auftrag bekommen hatten, das neueste VW-Passat-Modell werbewirksam in Szene zu setzen. Die Costa Smeralda ist für solche Events ein magischer Anziehungspunkt. Es vergeht kein Sommer ohne Fotoshootings berühmter Marken in Porto Cervo und Porto Rotondo. Sardinien mit seiner traumhaften Natur zieht die Werbebranche einfach immer wieder magisch an. Dieses Jahr wollte sich Volkswagen im Glanz der Glamourküste sonnen. Des Shootings erster Teil: Adrette Mädels, hingeräkelt auf der Motorhaube des zu bewerbenden Autos, Briatores Billionaireclub im Background. Man kennt das ja. Als das und einiges Andere im Kasten war, musste noch ein Strandfoto her. Die Ladies warfen sich in waffenscheinpflichtige Bikinis, der Passat wurde auf den schönsten Costa-Smeralda-Strand gekarrt, und dann sollte es losgehen.

Bevor die Damen Bein zeigen konnten, waren aber die Ordnungshüter zur Stelle. Die monierten, dass das Befahren des Strandes mit Fahrzeugen generell untersagt sei, stoppten die Unternehmung und belegten die Fotografen mit einem saftigen Bußgeld. Die zogen zerknirscht und um 5000 € pro Kopf erleichtert von dannen. Lob kam vom WWF: Es gehe nicht an, dass Sardiniens natürliche Reichtümer für kommerzielle Zwecke missbraucht würden. Man hoffe, dass die hohen Bußgelder für die Verstärkung des Umweltschutzes eingesetzt würden.

Das hoffe ich auch!

Mit einem sardischen “Adiosu” verabschiedet sich für heute

Joachim Waßmann

 

PS. Ich erinnere mich noch, wie Götz George am Strand von Budoni ein Shooting für Blue Jeans hatte. Ist schon ein paar Jahre her, ging aber glimpflicher ab.  Schließlich kann man ja nicht das Tragen von Hosen am Strand unter Strafe stellen …