Der 36jährige Miroslav Klose hat den Entschluss zum Rücktritt aus der Nationalmannschaft beim Angeln auf dem Meer vor Sardinien getroffen und ihn nicht bereut. Viele von uns haben sich darüber gewundert. Ich nicht; denn an Sardiniens Meer und Strand kommen auch mir die besten Ideen!

Er hat das der „Welt am Sonntag“ in einem exklusiven Interview mitgeteilt. Weil es von Sardinien handelt und auch sonst interessieren dürfte, hier das Interview der „Welt am Sonntag“ vom 28.12.2014 in Auszügen:

Welt am Sonntag: Einige Wochen nach der WM haben Sie sich dann entschieden, Ihre Karriere im Nationalteam zu beenden.

Klose: Ich war auf Sardinien im Urlaub und bin zum Angeln raus auf das Meer gefahren. Ich war quasi allein. Nur der, der das Boot gesteuert hat, war noch dabei. Da bin ich in mich gegangen. Klar dachte ich mir, dass ich noch weitermachen kann. Aber ich fand, dass der Moment gekommen war, aufzuhören. Ich saß da auf dem Boot und habe über die Zeit in der Nationalmannschaft nachgedacht, auch über die Anzahl meiner Spiele. 137 waren es. Und eins plus drei plus sieben ergeben elf. Und die Elf ist meine Rückennummer. Da dachte ich mir: „Hey, das passt doch. Es ist der ideale Moment aufzuhören.“ (lacht). Ich habe mir das damals wirklich sehr gut überlegt. Das hat der Bundestrainer auch gespürt, als ich ihn getroffen habe, um ihn zu informieren. Er weiß, dass ich jemand bin, bei dem ein Entschluss dann auch steht. Bei mir gibt es kein Zurück.

Welt am Sonntag: Wissen Sie noch, ob Ihnen damals Fische an die Angel gegangen sind?

Klose: Ein paar kleine.

Welt am Sonntag: Wie fühlt es sich an, das Nationalteam aus der Ferne zu beobachten?

Klose: Ich schaue mir die Spiele entspannt von der Couch aus an. Ich freue mich, wenn die Jungs gewinnen. Aber es ist komisch, wie sich das nach so kurzer Zeit anfühlt – ziemlich weit weg.

Welt am Sonntag: Nach Ihrem Rücktritt gab es viel Lob und anerkennende Worte für Ihr Wirken auf und neben dem Platz.

Klose: Das hat mich tief berührt. Für mich war es immer wichtig, dass ich authentisch bleibe. Als ich gemerkt habe, dass ich in der Lage bin, Leistungen zu bringen, die es rechtfertigen, mal den Mund aufzumachen, habe ich das gemacht. Ich war in der Nationalelf immer einer, der die Dinge offen angesprochen hat. Ehrlichkeit ist so wichtig. Denn ich bin Vater und Vorbild für Kinder und junge Spieler. Wenn ich mal nicht mehr Fußball spiele, werde ich mir bei einem Bier oder einem Wein die Zeit nehmen, über all die Dinge nachzudenken, die ich so erlebt habe. Aber noch ist mein Weg als Fußballspieler nicht zu Ende. Nur in der Nationalmannschaft schleppe ich meinen alten Kadaver nicht mehr herum (lacht).

Wie zu lesen war, wollte er diesen Kadaver ja Werder Bremen andienen. Mit denen wäre der Weltmeister wohl untergegangen. Nicht im Meer vor Sardinien, sondern in der 2. Liga.  Zum Glück ist es dazu nicht gekommen. Sonst hätte ich ihn eingeladen. Zum Angeln. Nach Sardinien. Damit ihm eine bessere Idee kommt.

Mit einem sardischen “Adiosu” verabschiedet sich für heute

Joachim Waßmann

PS. Ich muss mich an dieser Stelle als Werder- und Klosefan outen. Trotzdem wünsche ich beiden dieses Revival nicht.  Er scheint jetzt mit der amerikanischen Profiliga zu liebäugeln. Das ist eine bessere Idee. Anscheinend war er zwischenzeitlich wieder in Sardinien zum Angeln …