Mein Blog, das habe ich vielfach erfahren, macht die Leser auf Sardinien neugierig. Während sich Familien schnell und unkompliziert für uns entscheiden, sind Paare und Singles bedächtiger. Ein Beispiel dafür ist der Kommentar von Tanja: „Ich plane mit meinem Partner einen Sardinienurlaub und bin auf der Suche nach einigen Tipps …“ Ich habe versprochen, dem Thema einen eigenen Beitrag zu widmen. Hier ist er:

Ich gestehe: Erst einmal bin ich ratlos, wozu ich dir raten soll, weil ich dich nicht kenne. Ich weiß nur: „Ich und mein Partner“. Also muss ich ein wenig kombinieren, um halbwegs richtig beraten zu können:

1. Aus „Tanja“ schließe ich, dass du nicht zur Generation 50+ gehörst. (Die haben andere Vornamen.)

2. Deine Anfrage lässt auf Bildung schließen. (Flüssig formuliert, keine Rechtschreib- und Grammatikfehler)

3. Verheiratet bist du – noch – nicht. (Sonst würdest du nicht von „Partner“ sprechen.)

4. Mein Blog hat dir „Appetit“ auf Sardinien gemacht, aber du kennst die Insel noch nicht.

5. Du planst den Urlaub, nicht dein Partner. (Vermutlich hast Du mehr Zeit.)

Ich stecke dich daher zunächst in die Schublade „Dynamisch, jung, noch nicht im Beruf stehend, mit viel Zeit und der Absicht, etwas richtig Schönes zu unternehmen. Der Partner arbeitet schon, bringt weniger Zeit, aber mehr Geld mit und vertraut sich dir an.

 

Beginnen möchte ich mit drei Grundsätzen, die nur scheinbar überflüssig sind. Dass sie erwähnt werden müssen, hat mich jahrzehntelange Erfahrung gelehrt:

Tipp 1: Eigne dir Grundwissen an! (Meinen Blog und einen Reiseführer lesen!) Da erfährst du sehr viel über die Insel und merkst selber, was dich mehr anspricht, was weniger.

Tipp 2: Plane nicht allein nach Deinen Vorlieben. Du besuchst Sardinien nicht allein! (Allzu oft wird nach dem Grundsatz geplant: Was mir gefällt, wird allen gefallen.)

Tipp 3: Ergibt sich aus Tipp 2: Lass dir deine Planung von deinem Partner “absegnen”! Du kannst dann nicht zum Sündenbock gemacht werden, wenn dem Göttergatten in spe irgendetwas nicht passt.

Überlege dann, ob du zum Hinkommen einen Flug oder eine Fähre nehmen willst. Ich bevorzuge Letzteres, weil mich die vielen Formalitäten rund ums Fliegen nerven. Aber das ist Geschmackssache. Der Zeitgewinn beim Fliegen ist jedenfalls viel kleiner, als man sich das vorstellt: Einen Tag und nicht mehr musst du in beiden Fällen kalkulieren. (Du zweifelst: Fähre braucht zwei Tage? – Falsch! Die Überfahrt macht Spaß und zählt für mich darum schon als 1. Urlaubstag. Einen Fährhafen aber erreichst du immer in einem Tag!) Trotzdem kann der Flieger die bessere Wahl sein. Etwa, wenn ihr Automuffel sein solltet oder das Flugticket gerade besonders günstig ist.

Danach musst du entscheiden, ob ein Hotel- oder ein Ferienhausurlaub für dich das Richtige ist. Ein Ferienhaus ist fast immer günstiger als ein Hotel, aber das sollte besser kein Entscheidungskriterium sein. Halte dir lieber die Vor- und Nachteile beider Urlaubsformen vor Augen. Bevorzugst du ein Ferienhaus, hast du es leicht. Such dir einfach eines auf unserer Homepage aus. Möchtest du lieber ein Hotelzimmer, dann kann ich dir empfehlen:

http://www.hotelcaladivolpe.net/

Gehört zur Königsklasse der weltbesten Hotels. Du kannst dich sogar mit einer Privatjacht ins Hotel chauffieren lassen! Die Frage ist, ob Du Dir das leisten willst. Wenn Du im August nach Sardinien kommst, findest Du hier jede Menge Promis.

http://www.sugologone.it/de/

Mein Lieblingshotel! Abseits vom Meer, abseits vom Tourismus. Überaus stilvoll, mit einer wirklich bodenständigen Küche. Am Fuße eines hohen Gebirges gelegen, mit herrlichen Möglichkeiten für eine Unzahl netter Aktivitäten, aber auch für den Relaxurlaub geeignet. Weniger gut für Strandurlaub.

http://www.hotelpedraniedda.com/

Kleines, familiäres Hotel in Strandnähe am Budonistrand. Alles bester Durchschnitt, nicht mehr, aber mit dem Vorteil des Hotels, umsorgt zu werden.

Ich zähle nur diese drei auf, weil sie einen guten Inseldurchschnitt bilden. Du kennst aber bestimmt www.booking.com und andere Buchungsportale, bei denen du jede Menge Empfehlungen bekommst. Allerdings habe ich gelernt, diese Portals mit Vorsicht zu genießen. Wenn du dort etwas gefunden hast, kannst du ja bei mir nachfragen, ob ich die Wahl gutheiße.

Was unternehmen?

Natürlich die Natur genießen! Und die unvorstellbar gastfreundschaftlichen Menschen erleben! Ich kenne niemanden, der davon nicht begeistert ist. Oft werde ich gefragt, wo die Superlative der Insel zu finden sind. Ich kann diese Frage nicht beantworten. Sardinien ist einfach überall auf spezifische Art und Weise umwerfend schön. Weil eine solche Antwort einem Ratsuchenden aber nicht wirklich hilft, greife ich willkürlich etwas heraus:

Buche eine organisierte Inselrundreise! (In meinen Augen eher eine schlechte Idee.) Warum mir das nicht gefällt: Du siehst zwar viel, kannst auch zu Hause richtig „mitreden“, erwirbst aber nur stammtischtaugliches Wissen ohne emotionales Fundament. Die wahren Erlebnisse rauschen an dir und deinem klimatisierten Rundreisebus vorbei, weil du in nichts eintauchen kannst. Besser etwas auf eigene Faust oder unter Führung Einheimischer unternehmen:

Bootsausflug von Cala Gonone an die Traumstrände der Steilküste

Klettertouren in der Steilküste über dem Meer

Wanderung durch Europas tiefsten Canyon

Wanderung zum steinzeitlichen Nuraghendorf Tiscali

Tauchausflug zur Tavolara

Motorradtour rund um den Monte Albo

Fahrradtour nach Usinavà

Besuch bei sardischen Hirten im Bergland mit Essen wie vor Hunderten von Jahren

Besuch des urtümlichsten aller sardischen Dörfer: Orgosolo

Es gibt so viel zu unternehmen, liebe Tanja, dass die Beschreibung diesen Blog überfordert. Verzichte auf zu viel Vorbereitung! Am besten machst du dich auf die Socken und entscheidest spontan, wonach dir gerade der Sinn steht. Langeweile kommt bestimmt nicht auf. Das garantiere ich dir!

Mit einem sardischen “Adiosu” verabschiedet sich für heute

Joachim Waßmann