BILD berichtet online über das Ranking der weltweit teuersten Hotels. Unter den Top-Ten finden wir gleich dreimal Sardinien! Müssen wir daraus schließen, dass Sardinien Topp und ein teures Pflaster ist? – Ja und nein: Ja, Sardinien ist seiner Schönheit wegen weltweit „Spitze“. Teuer kann, aber muss es nicht sein. Das will ich hier beweisen.

Dem Bild-Bericht liegt eine Erhebung zugrunde, die das Portal Luxury-Hotels.com durchgeführt hat. Gefragt wurde nach dem günstigsten Doppelzimmer im Zeitraum Juni – August 2015.

Hier die weltweite Hitliste:

1722 €: Canyon Point, Utah, USA
1630 €: Cala di Volpe, Italien, Sardinien
1580 €: Explora Rapa Nui, Chile, Osterinseln
1530 €: Cap Estel, Frankreich, Cote d’Azur
1416 €: Montage Kapalua Bay, USA, Hawai
1406 €: Pitrizza, Italien, Sardinien
1397 €: Explora Atacama, Chile, Atacama
1357 €: Aman Canal Grande, Italien, Venedig
1311 €: Villa del Parco, Italien, Sardinien
1248 €: La Réserve, Frankreich, Cote d’Azur´

Eigentlich hätte ich das Burj Al Arab ganz oben vermutet. Aber es folgt unter „ferner liefen“. Das liegt wohl daran, dass nicht die teuersten Zimmer der teuren Hotels abgefragt wurden, sondern die billigsten. (Ich finde es schon ein wenig merkwürdig, bei diesen Preisen noch von „billig“ zu reden!)

Es freut mich natürlich, dass das kleine Sardinien hier gleich dreimal vorkommt, beweist es doch die einmalige Attraktivität der Insel Sardinien. Schade dabei ist nur, dass es das weltweit verbreitete Vorurteil nährt, Sardinien sei nur etwas für ganz reiche Leute, nicht aber für Normal- oder Geringverdiener.

sardinien-sand

Dass diese Vermutung grundfalsch ist, wissen die wenigsten. Ferien auf Sardinien sind in der Regel sogar günstiger als ein Urlaub an Nord- oder Ostsee! Besonders dann, wenn man sich beizeiten Flüge sichert. Die gibt es nämlich schon für weniger als 100 €.

Ist man erst einmal auf der Insel, fallen als Kostenfaktor nur noch Unterkunft und Verpflegung an. Entschließt man sich dann statt eines Hotels für ein Sardafit-Ferienhaus, so ist auch das richtig günstig. Ich habe auf Basis der obigen Topp-Hotel-Liste berechnet, was dort eine Übernachtung vergleichsweise im teuersten Monat August kostet:

(Preis pro Übernachtung für 2 Personen, wenn das Haus komplett belegt wird!)

28 € in einer Doppelhaushälfte
34 € in einer großen, geräumigen Wohnung
46 € in einem strandnahen Appartement
48 € in einer großen, strandnahen Wohnung mit Pool
49 € in einem Haus direkt am Strand
51 € in einer Poolvilla
55 € in einem freistehenden Haus in Alleinlage
63 € in einer Wohnung mit Ausgang auf den Strand
74 € in einer Plantagenvilla
78 € in einem freistehenden Haus mit Ausgang auf den Strand

Auch die Lebenshaltungskosten erfreuen scharfe Rechner. Die Preise im Supermarkt gleichen – in der Summe – denen, die Sie von zu Hause kennen, sind also deutlich niedriger als das, was Sie in deutschen Kur- bzw. Badeorten ausgeben müssen. Mittlerweile kann man in Sardinien beim Eurospin sogar alles zu ALDI-Preise einkaufen. Wer das wahrnimmt, gibt für Essen und Trinken nicht mehr aus als zu Hause und hat viel Luft für den einen oder anderen Restaurantbesuch. Auch der macht Freude:

In Budoni gibt es im Giardinetto für Sardafitgäste ein dreigängiges Mittagsmenü mit Wasser und Wein für 15 Euro! Ein Kaffee an der Strandbar kostet 1 Euro, der Cappucino nur 50 Cent mehr. Die Pizza schlägt mit weniger als 10 Euro zu Buche, Nudeln für die Kinder 5 Euro, der Liter Hauswein 8 €, Mineralwasser 2 €. Das ist so günstig, dass darüber die auf Speisekarten geführte Gebühr von 2 Euro für „Pane e Coperto“ nicht mehr ins Gewicht fällt. Zum Thema „Gebühr“ ist hinzuzufügen, dass es „Kurtaxe“ nicht gibt. Baden ist gratis!

Behauptet da noch jemand, Sardinien sei nur etwas für reiche Leute?

 

Begeistert stellt denn auch die Online-Ausgabe des Focus fest: Warum in die Karibik fliegen? Sardiniens Strände sind viel schöner! Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Das predige ich seit Jahren.

Mit einem sardischen “Adiosu” verabschiedet sich für heute

Joachim Waßmann