… da es viele Gemeinsamkeiten zwischen der Panada und einer Pizza gibt. Etwa die Variabilität der Zutaten, die Reichhaltigkeit und den Charakter einer vollen Mahlzeit. Auf Sardinien findet man viele leckere Variationen und es gibt ein Fülle an guten Rezepten.

Die historische Entwicklung der sardischen Panada führt sehr wahrscheinlich auf die spanischen Besetzer im späten Mittelalter zurück und wurde von ihnen auf die Insel gebracht. Dabei dürften die in Spanien und Südamerika bekannten und sehr beliebten Empanadas die Vorfahren der sardischen Panada sein. Allgemein waren salzige Pasteten im ausgehenden Mittelalter in Europa offenbar eine beliebte Speise. In Sardinien hat sich diese Pasteten-Tradition bis heute erhalten.

Für die Zubereitung der Panadas braucht man reichlich Übung und am besten eine spezielle Schulung. Das könnte ein Grund sein, warum sie sich nicht so erfolgreich durchgesetzt haben wie die Pizza.
Die Panada steht für Nachhaltigkeit in der Herstellung durch die Nutzung von heimischen, verantwortungsvoll produzierten Lebensmitteln und die erlernte handwerkliche Kunst. Es gibt auch den kommunikativen Charakter der Panada Herstellung, da dies auch heute noch oft gemeinschaftlich geschehe. Oft werden Freunde eingeladen, um die Panadas gemeinsam vorzubereiten.

Diese sardische Spezialität ist ein komplexes Gericht, das alleine schon eine ganze Mahlzeit ergibt. Es ist alles enthalten, was ansonsten auch zu einer sardischen Mahlzeit gehört: Brot, welches anstelle des Kochtopfes verwendet oder gefüllt wird, Gemüse, Fleisch oder Fisch und verschiedene Gewürze. Die Panada ist ein Kulturgut, welches eine lange Tradition hat, aber sich durchaus immer weiter entwickelt und somit stets lebendig in der sardischen Küche ist.

Ein Rezept dazu gibt es hier.

Mit einem sardischen “Adiosu” verabschiedet sich für heute

Joachim Waßmann