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Autor: Joachim Wassmann

Orgosolo ein Banditennest?

„Unglücklich das Land, das keine Helden hat!“, wird in Brechts „Leben des Galilei“ vorschnell behauptet. Orgosolo müsste demnach glücklich sein; denn Helden gibt es hier. Viele sogar! Aber … nur die unbekannten haben dem Ort wirklich genutzt. Die bekannten sind für den schrecklichen Ruf verantwortlich, das schauerlichste Banditendorf der Insel zu sein.  Natürlich gehörte der „banditismo“ zu Orgosolo. Aber eigentlich wäre das nur eine Randnotiz wert. Richtig ist: Orgosolo ist eines dieser schrecklich unattraktiven Dörfer, wie sie für die Barbagia* typisch sind: Schon von weitem sichtbar, wie ein Schwalbennest an kahle Gebirgshänge geklebt, aus einem Konglomerat reizloser, oft unverputzter...

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Get your motor runnin´… Sardinien mit Motorrad rockt!

Die Frage nach Literatur für alle, die Sardinien auf zwei Rädern erkunden wollen, ist schnell beantwortet: Es gibt Zweirad-Reiseführer, aber eigentlich braucht man so etwas nicht, denn … Sardinien ist generell ein Paradies für Zweiradfahrer. Es macht keinen Unterschied, ob das Zweirad einen Motor hat oder nicht. Es spielt auch keine Rolle, ob man Straße oder Gelände bevorzugt. Überall finden sich reizvolle und höchst abwechslungsreiche Strecken!  Ich stelle daher hier eine Budoni-Tour vor. Es ist eine von Hunderten, wie man sie willkürlich zusammenstellen kann: Ich wohne in Luttuni. Das ist ein winziges Hirtendorf in den Bergen hinter Budoni. Vor...

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Was wir von Italiens Enten lernen können

Enten gibt es viele, am Po, am Rhein, am Nile. Große und kleine, so schmackhafte wie die Peking- bzw. Sezuan-Ente und alte, zähe wie die “Ente per il turismo sardo”, kurz ESIT genannt. Die Krönung aller Enten aber scheint mir die Zeitungsente zu sein. Auch die ist genießbar. Man muss nur richtig damit umgehen. Es ist keine Ente, dass in Italien Behörden und Institute des öffentlichen Rechts “Ente” heißen. Die größte der Tourismus-Enten zum Beispiel ist die ENIT. Das steht für “Ente Nationale Industrie Turistiche” und ist das Pendant unserer “Deutsche Zentrale Tourismus”. ESIT* hingegen ist die sardische, zur...

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Vom Seelenverkäufer zum Kreuzfahrer

Wer sich heutzutage nach Sardinien aufmacht, hat es gut: An den PC setzen, ein wenig googeln, und schwupp hat man die ganze Palette an Fliegern und Fähren auf dem Schirm! Dann bucht man locker und hat sein Ticket im Sack. Aber … das war schon einmal anders. Als ich in den Sechzigern des letzten Jahrhunderts das erste Mal Sardinien ansteuerte, gab es überhaupt nur die staatliche Eisenbahnfähre „FS“, um zu verträglichen Preisen nach Sardinien zu gelangen.  Die „FS“ erfüllte den damals noch staatlichen Beförderungsauftrag und verschluckte ganze Züge und überladene LKWs in ihrem Bauch.  Ein lauter, unsympathischer, aber unumgänglicher...

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