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Autor: Joachim Wassmann

Trilogie über Graziano Mesina – Teil 2 „Der Held“

(Neulinge in diesem Thema sollten mit Teil 1 beginnen) Dass Graziano Mesina es schaffte, das Kriminellen-Image abzustreifen, ist für mich ohne den  damaligen linken Zeitgeist nicht denkbar. In den Sechzigern und Siebzigern des 20. Jahrhunderts waren Mao, Fidel und Che die Guten, Amerika und sein Vietnamkrieg aber das personifizierte Böse. Ein Mesina kam da gerade recht, um auch Italien als „Hort des Imperialismus“ ins Visier zu nehmen.  Aber war er wirklich der Akteur, zu dem man ihn zu stilisieren versuchte? Nach dem Ehrenmord im Jahr 1962 wurde Mesina zu 24 Jahren Haft verurteilt. Im Januar 1963 misslang ein erster Fluchtversuch aus...

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Orgosolo ein Banditennest?

„Unglücklich das Land, das keine Helden hat!“, wird in Brechts „Leben des Galilei“ vorschnell behauptet. Orgosolo müsste demnach glücklich sein; denn Helden gibt es hier. Viele sogar! Aber … nur die unbekannten haben dem Ort wirklich genutzt. Die bekannten sind für den schrecklichen Ruf verantwortlich, das schauerlichste Banditendorf der Insel zu sein.  Natürlich gehörte der „banditismo“ zu Orgosolo. Aber eigentlich wäre das nur eine Randnotiz wert. Richtig ist: Orgosolo ist eines dieser schrecklich unattraktiven Dörfer, wie sie für die Barbagia* typisch sind: Schon von weitem sichtbar, wie ein Schwalbennest an kahle Gebirgshänge geklebt, aus einem Konglomerat reizloser, oft unverputzter...

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Get your motor runnin´… Sardinien mit Motorrad rockt!

Die Frage nach Literatur für alle, die Sardinien auf zwei Rädern erkunden wollen, ist schnell beantwortet: Es gibt Zweirad-Reiseführer, aber eigentlich braucht man so etwas nicht, denn … Sardinien ist generell ein Paradies für Zweiradfahrer. Es macht keinen Unterschied, ob das Zweirad einen Motor hat oder nicht. Es spielt auch keine Rolle, ob man Straße oder Gelände bevorzugt. Überall finden sich reizvolle und höchst abwechslungsreiche Strecken!  Ich stelle daher hier eine Budoni-Tour vor. Es ist eine von Hunderten, wie man sie willkürlich zusammenstellen kann: Ich wohne in Luttuni. Das ist ein winziges Hirtendorf in den Bergen hinter Budoni. Vor...

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Was wir von Italiens Enten lernen können

Enten gibt es viele, am Po, am Rhein, am Nile. Große und kleine, so schmackhafte wie die Peking- bzw. Sezuan-Ente und alte, zähe wie die “Ente per il turismo sardo”, kurz ESIT genannt. Die Krönung aller Enten aber scheint mir die Zeitungsente zu sein. Auch die ist genießbar. Man muss nur richtig damit umgehen. Es ist keine Ente, dass in Italien Behörden und Institute des öffentlichen Rechts “Ente” heißen. Die größte der Tourismus-Enten zum Beispiel ist die ENIT. Das steht für “Ente Nationale Industrie Turistiche” und ist das Pendant unserer “Deutsche Zentrale Tourismus”. ESIT* hingegen ist die sardische, zur...

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